Ötztaler Radmarathon | 02.09.2018

Ötztaler Radmarathon

Beim heurigen Ötztaler starteten für die Atterbiker Angelika König, Christian Aitzetmüller und Christian Hotwagner (Bericht). Schon Tage vor dem Rennen waren die Wetteraussichten fürs Rennwochenende nicht besonders gut und etwas unsicher, auch noch am Abend vor dem Rennen wollte sich die Meteorologin bei der Fahrerbesprechung nicht festlegen und tröstete uns nur, dass es ziemlich sicher keinen Schnee geben sollte…? Die unklaren Wetteraussichten beschäftigten uns am meisten (was anziehen, was mitnehmen, was tun wenn man abbricht, …).

Am Morgen des Renntages war es überraschenderweise noch nicht nass und relativ „mild“, wir starteten um kurz vor 7 Uhr im Trockenen bei ca. 10°. Die Abfahrt durchs Ötztal war schnell und für manche auch schnell vorbei – allein ich habe im ganz vorderen Startbereich 2 Unfälle von mehreren Fahrern mitbekommen.

Beim ersten Anstieg von Ötz hinauf ins Kühtai (1200 hm) wurde es – wie vorhergesagt –nass, zuerst Nebel bis Nieselregen, bis es sich schließlich bei Temperaturen um etwa 5°C einregnete. Bereits am Kühtai beendeten ca. 500 der 4000 Starter (wetterbedingt) das Rennen. Bei mir ging’s durchnässt und fröstelnd im Regen hinunter ins Inntal, vor Innsbruck hörte der Regen auf und ich wurde nur mehr vom Vordermann nass. Endlich kam der lange aber flache Anstieg auf den Brenner (780hm), es wurde zwar nicht trocken, aber beim Bergauffahren wurde einem zumindest wieder etwas warm. Die Auffahrt in einer größeren Gruppe war gemütlich und kräfteschonend, ich war trotz Kälte und schon knapp 130km noch locker und fühlte mich gut.

Nach einem kurzen Verpflegungsstopp am Brenner ging’s für mich - wieder mal auf nasser Straße -hinunter nach Sterzing. Beim nächsten Anstieg auf den Jaufenpass (1130hm) wurde mir sogar so warm, dass ich meine nasse Regenjacke ausziehen konnte, kurz blitze sogar die Sonne durch die Regenwolken. Den Anstieg auf knapp 2100m konnte ich gleichmäßig fahren, erst oben am Pass hatte ich das erste Mal das Gefühl, dass ich jetzt eigentlich schon genug habe und lieber irgendwo im Warmen wäre… Zur Abfahrt habe ich dann halt wieder meine nasse Regenjacke angezogen – die Abfahrt selbst: gefährlich! Nasse Straßen, enge Kurven und teilweise sehr dichter Nebel.

Nach einer Sicherheitsabfahrt hinunter nach St. Leonhard ging’s nun endlich in die „Zielgerade“ – 25km und 1800hm Anstieg hinauf aufs Timmelsjoch. Leider waren meine Beine für diesen „Endspurt“ nicht mehr so recht zu motivieren und ich musste leider auch feststellen, dass mein neues 30er-Kranzerl hinten doch nicht ausreicht um noch flüssig treten zu können. Zum Glück ohne Krämpfe - aber mit großer mentaler Überwindung - konnte ich meine klein gesteckten Ziele (jeweils 50hm am Tacho) erreichen, bis ich endlich zur Verpflegung in Schönau kam. Nach 2 Suppen etwas aufgewärmt kämpfte ich mich jetzt von Kehre zu Kehre bis hinauf zum Pass auf 2500m.

Die Abfahrt vom Timmelsjoch – mit kurzem, schmerzhaften Gegenanstieg – war großteils trocken, nur einige Kurven waren nass und gefährlich – schon wieder ein Unfall, mit Rettung und Hubschrauber…

Kurz vor Sölden kam erstmals an diesem Tag die Sonne hervor und ich beendete das Rennen, sehr erleichtert, dass ich unfallfrei durchkam und glücklich, dass ich bei diesen schwierigen Bedingungen das Rennen nicht aufgeben musste. Es war mein dritter Ötztaler, aber mein bisher härtester. Gratulation an Angelika und Christian, die auch gut durchkamen und ihre Zeiten von 2014 noch verbessern konnten.

Die Zeiten (238km / 5500 hm):

Hotwagner Christian                     9:17.52                 Klasse 317           Gesamt 639

Aitzetmüller Christian                   11:32.55               Klasse 1163        Gesamt 2366

König Angelika                                 12:07.52               Klasse 67             Gesamt 123

 

Christian A.’s Erinnerungen:

Abgesehen von der Kälte, dem regelmäßig einsetzenden Regen, der nassen rutschigen Fahrbahn, den leider nur 28 Zähnen am Ritzel, den Oberschenkelkrämpfen in Sterzing und am Timmelsjoch und den vielleicht doch zu wenigen langen Trainingseinheiten bin ich mehr als überglücklich und um 45min. schneller als 2014 in Sölden angekommen zu sein. Großes Lob an die Veranstalter für die perfekte Organisation und ein Dankeschön für das zahlreiche unterstützende Publikum.

 

Bericht Angelika:

Leider ging mein Wunsch auf schönes Wetter auch bei der 2. Teilnahme am Ötztaler Radmarathon nicht in Erfüllung und bereits bei der 1. Nass-kalten Abfahrt vom Kühtai kam kurz der Gedanke ans aufhören.  Dieser verschwand jedoch schnell wieder und die Auffahrt zum Brenner ging anfangs noch relativ gut bis sich aufgrund der Kälte die ersten Krämpfe bemerkbar machten. Nach einer trockenen Abfahrt nach Sterzing und einer etwas qualvollen Fahrt auf den Jaufenpass folgte die nächste Abfahrt im Regen. :-( Auf dem langen Weg zum Timmelsjoch musste ich mich bei wieder einsetzenden Regen, sinkenden Temperaturen und Krämpfen in den Beinen nochmals ziemlich motivieren nicht den bequemeren Heimweg mit dem Besenbus zu nehmen. Als Belohnung hörte der Regen auf und ich konnte auf den letzten Kehren geniale Blicke in die frisch angeschneiten Berge „genießen“. Auch die letzte Abfahrt nach Sölden war trocken und ich war glücklich das Ziel nach gut 12 Stunden erreicht zu haben.