RAA Challenge 2019 | 15.08.2019

RAA Challenge 2019

RAA Challenge 2019

Nach ein paar Jahren Gusto holen, wurde es heuer soweit… Teilnahme an der RAA Challenge mit Michi Weinzinger im 2er Team. 560 Kilometer und über 6500 Höhenmeter rund um Oberösterreich galt es zu bewältigen. Da wir beide heuer ja schon einige gemeinsame Rennen in den Beinen haben und also ohnehin im Training stehen, war eine besondere Vorbereitung trainingstechnisch nicht nötig. Mit der mobilen Unterstützung vom Busunternehmen Weilbuchner, zahlreicher Tips und Leihgaben unseres Challenge erprobten Equipment-Guru Patrick Mielacher und der Hilfe unseres Betreuerteams Martin Weinzinger (Crew Chief/Navigator), Manfred Heimbuchner (Pace Car Fahrer/ Wurstsemmerlliebhaber) und Steffi Gärtner (Mädchen für alles/ Mentale Stütze) blieb auch die organisatorische Vorbereitung überschaubar.

Am Mittwoch um 17:50 war es dann endlich soweit, der Radfahrteil der Challenge begann und das gleich Vollgas. Nach einer leicht hügeligen Startphase ließen wir in 20 min Intervalle das Innviertel auf den Zeitfahrrädern schnell hinter uns und wussten, dass wir auf einem guten Weg sind, da wir schon einige Fahrer schlucken konnten. Nach der ersten Rampe rauf auf Schardenberg mit teils 16% und der 28 km langen Donautalpassage ging es dann über die Donaubrücke bei Niederranna in das Mühlviertler Hügelland. Auf das “Aufi und Obi“ des Mühlviertels reagierten wir mit der Verkürzung der Intervalle auf 10 min. Und auch das im Vorfeld furchteinflößende Mühlviertel ging durch Michis Peter Sagan Abfahrten und  trotz meiner 90 Kg Nicht-Berg-Ziegen-Figur überraschend gut vorüber.

Der wohl mental fordernste Teil der Strecke begann nach der Mauthausener Donaubrücke: Die schier endlose Anfahrt zum Hengstpass. Eintretende Müdigkeit, ein kurzer Leistungseinbruch meinerseits und die fallenden Temperaturen entlang der Enns verstärken die Belastung. Doch genauso unermüdlich wie unser Betreuerteam für uns da war, spulten wir Kilometer für Kilometer herunter und am Hengstpass angekommen nahmen wir uns dann vermutlich wohl als einziges Team die Zeit für ein gemeinsames Erinnerungsfoto in der Morgensonne.

Aufgrund der nächtlichen 5°C war Michi schon während der Auffahrt ausgestattet mit Beinlingen, Ärmlingen, Windweste und Stirnband. Wir beschlossen, dass wohl er besser gerüstet war für die Abfahrt, als ich in meiner in Bauernbua-Manier ganztäglichen Kurz/Kurz Panier.

Zu meiner persönlichen Verwunderung vergingen die finalen 120 Kilometer relativ schnell. Bei großteils leicht fallender Strecke tat zwar der Ziehberg noch richtig weh, doch auf zwei aufgeteilt kann man so Rampen gut bewältigen und wir hatten im Hinterkopf dabei auch schon die gewohnten Straßen unserer wunderschönen Trainingsregion. Nach 6 minütiger Ampelrotpause nähe Scharnstein führte die Strecke vorbei an Gmunden über Reindlmühl auf die Großalm. Man fühlt sich Bergauf im Steilen Teil zwar wie ein Bahnfahrer der Stehversuche macht, wir überholten dabei aber noch immer die feiertäglichen Rennfahrer, sodass also vermutlich mentalen Einbußen zwar vorhanden waren, die Beine sich aber offensichtlich noch gut drehten.

Nachdem wohltuendem, tosendem Zujubel der angereisten Fangemeinschaft auf der Großalm, waren die restlichen Orte Steinbach-Unterach-Losbichl-Straß nur mehr Hackerl im Routebook und unter Geleit, der mit einer riesigen Österreichfahne bestückten Vespa des Veranstalters, wurden wir zur Ziellinie, dem Ortstaferl St.Georgen, eskortiert und durch die vor Begeisterung durchdrehende Fam. Weinzinger gebührend empfangen.

Nach kurzem Aufenthalt im Wartebereich kommt dann etwas sehr besonderes, dass man wohl nur hier erleben kann, außer man ist ein World-Tour-Profi. Über eine Rampe die am Gemeindebrunnen rundherum führt, fuhren wir zum Empfang auf die Bühne wo ein Interview, die Verleihung der Pokale und die Sektdusche auf uns wartete.

Es war ein unbeschreibliches Erlebnis, welches schwer in Worte zu fassen ist und durch das gelungene Teamwork mit unserem unermüdlichen Team konnten wir die sehr zufriedenstellende Zeit von 18h 12min erreichen und erzielten damit Platz 6 von 20 startenden Mannschaften.

Ein großes Dankeschön an alle, die uns in irgendeiner Weise unterstützt haben bei unserer Challenge!

Rennbericht von Hari Heimbuchner